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Sepp Gmasz (ORF) über "Huamweh"

"Heigeign, das riecht also nach Landluft, noch besser nach Landlust, nach Erdverbundenheit, nach Wurzelsuche, nach dem Aufspüren musikalischer und sprachlicher Trüffel.

Heigeign, das ist das Wiederentdecken von verschütterter Vergangenheit. Nach der Sprache der Kindheit, die unserer Generation schon beim Heranwachsen und dann vollends in der Großstadt abhanden gekommen ist. Eine Sprache, deren Farbigkeit und Kraft es mit der Hochsprache spielend aufnehmen kann.

Heigeign, das ist der Versuch einer Liebeserklärung an die einfache Form. Ein Bekenntnis zur burgenländischen Subkultur, zu dem was man früher als selbstverständlich im Alltagsleben unserer Dörfer empfunden hat, egal ob man Deutsch, Kroatisch, Ungarisch, Romanes oder Jiddisch gesprochen hat.

HUAMWEH – aber wonach? Sicher möchten die Heigeiger das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen. Dazu haben sie sich und wir alle, die wir Gefallen an traditioneller Kultur gefunden haben, uns zuviel Wissen und Wohlstand erarbeitet, uns zu gut in diese unsere heutige Welt eingelebt. Aber Heimweh nach den seelischen Grundschichten, nach dem was wir - als einstige Armenhäusler Österreichs - in der unbedingten Fortschrittsgläubigkeit allzu leicht haben fallen lassen. Weil wir nicht erkannt haben, dass Lieder und Sprache zu unseren Grundnahrungsmitteln gehört haben. Heimweh nach kultureller Geborgenheit.

Die Lieder von Heigeigen sind kein Glorifizieren alter Zustände, kein Konservieren, sondern ein Verwandeln, ein Konglomerieren von Stilen und Zeitschichten, ein Spielen mit traditionellen Mustern auf neuem Instrumentarium, augenzwinkend, manchmal ironisch, aber nie respektlos gegenüber der Vergangenheit.

Sie versuchen Qualitätvolles von Gestern in heutige Zusammenhänge stellen, in einen zeitgemäßen Kontext zu setzen, wie Kulturwissenschaftler sagen würden."

 
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