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Gedanken zur neuen CD von Heigeign, "INDIGO"

Hans-Dieter Frühstück

"Es ist eine schwierige, oft diskutierte Frage, wie Volksmusik zu interpetieren sei. Da sind einerseits jene, die meinen, Volksmusik dürfe nur möglichst unverfälscht und mit dem traditionellen Instrumentarium musiziert werden, sonst wäre es eben eine Verfälschung und keine Volksmusik mehr. Und da sind die anderen, die die Volkslieder als Basis für Bearbeitungen verschiedenster Art benützen und daraus etwas Neues entstehen lassen, das aber nie seine Wurzeln verleugnet. Diese Ideen sind nicht neu. Schon Joseph Haydn verwendete unzählige Melodien aus seiner Heimat in seinem umfangreichen Werk. In ähnlicher Weise hat auch der Jazz seinen Ursprung in der Volksmusik des Südens der USA, im Blues, Worksong und Spiritual der einfachen Menschen. Wir wissen, was sich daraus im Lauf der Jahrzehnte entwickelt hat. Letztlich hat alle Musik ihren Ursprung in der Volksmusik.

Wir Burgenländer haben einen reichen Schatz an Volksliedern, zumal dieses Grenzland auch Heimat verschiedener Volksgruppen und Sprachen war. Aus diesem Schatz schöpft die Gruppe Heigeign und bearbeitet sie, vermengt sie mit Eigenem und dem Blues und verwendet für das Eigene ebenfalls den Dialekt. Die Grundfarbe dieser CD – und ich meine dabei durchaus nicht nur das Design – ist Blau, das Indigoblau. Die verschiedenen Stoffmuster deuten auf die Vielfalt mit traditionellem Bezug hin, aber ebenso ist der Bezug zum Blues offensichtlich. Die bewusste Verwendung des heanzischen Dialekts als Transportmittel von Gefühlen und Stimmungen erweist sich als sehr wirkungsvoll und ist ein wichtiger Beitrag zu seiner Erhaltung. Denn schon Eugen Mayer meinte in einem seiner herrlich kritischen Dialektgedichte 'Wosd´ hinhearst, wird Wean! Denn vurnehm tuit a jeda ..'

Marianne Prenner und ihre Stimme bestimmen wesentlich den Gruppenklang. Für bluesige, rockige Klänge sorgt der Gitarrist Silvio Sinzinger. Jürgen Steiner am Akkordeon und E-Piano steuert auch einige Originalkompositionen bei. Hannes Laszakovits am Kontrabass und E-Bass sowie der Schlagzeuger Stefan Narosy bilden das solide Fundament. Ein sehr harmonischer und unverwechselbarer Gruppenklang entsteht.

In einem Gedicht von Roman Beilstein heißt es:

Das Lied zog aus. Es kam zurück
Gepaart im andern Ton.
Da rauschte auf der Weise Glück
Und wogte rot davon.
Nicht war mehr Grenze, Rand noch Maß,
und heiß im hellen Kerne saß
das Herz.

Ich meine dieser Text passt haargenau zu den Volksliedthemen, die hier als Ausgangspunkt für musikalische Erkundigungen verwendet werden.

Mir persönlich gefällt ganz besonders der Blues 'Wia sogt ma zum Blues auf Gschead?' Auch nach Anhörung habe ich jetzt noch keine Antwort auf diese Frage, aber ich weiß, dass in uns allen irgendwie der Blues steckt, der uns in manchen Momenten überkommt. ('I have the blues'.)

Kurz zusammenfassend: Diese CD ist eine originelle Mischung aus Traditionellem und Neuem!"

 
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